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Stand vom 14. Februar 2012
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Epistemologie
Unter Epistemologie versteht man die Gesamtheit der Paradigmen, die einer
Wissenschaft zugrunde liegen. Hier ein Überblick über die Epistemologie
der experimentellen Glücksforschung.
Axiomatisch basiert die experimentelle
Glücksforschung auf zwei Behauptungen, die in der Psychologie als
"Binsenweisheiten" abqualifiziert, also offensichtlich widerspruchslos
anerkannt werden und somit als Axiome zu betrachten sind, die keines
Beweises bedürfen, aber auch keinem Beweis zugänglich sind:
1. Axiom: Belastung, die der
Belastbarkeit entspricht, ist angenehm.
2. Was angenehm ist, impliziert den
Wunsch nach Fortdauer.
Das zweite Axiom führt unmittelbar zur
Definition des Forschungsgegenstandes der Glücksforschung: Ein
Gemütszustand, der den Wunsch impliziert, es möge einem auch in Zukunft
so zumute sein. (Anmerkung: "Implikation" ist ein Fachausdruck für das
Verhältnis "wenn-dann".)
Neurophysiologisch basiert das Konzept
der experimentellen Glücksforschung auf der Mikrowelt des Hirnforschers
Wolf Singer, Chef des Max Planck Instituts für Hirnforschung.
http://www.mpih-frankfurt.mpg.de/global/Np/Staff/singer_d.htm
Singer geht davon aus, …
… dass der Aufbau des menschlichen
Gehirns und des gesamten neuronalen Netzwerkes des menschlichen Körpers
so gestaltet ist, dass er das Überleben des Individuums bestmöglich
sichert.
… dass es im menschlichen Gehirn keinen
Platz für einen „freien Willen“ gibt, so dass Glück sehr stark von
äußeren Einflüssen abhängt.
Kybernetisch basiert das Konzept auf der
Beobachtung, dass der Regelkreis der emotionalen Stimulanz, der als
Quelle der Glücksgefühle angenommen wird, sich kybernetisch in jenem
Zustand befindet, den Norbert Wiener, der Schöpfer des Begriffs
„Kybernetik“, als „Übersteuerung“ bezeichnet hat.
http://www.diemo.de/projects/nwiener/
Anstatt von sich aus ein Optimum
anzusteuern, lässt dieser Regelkreis die Menschen zwischen Stress und
Langeweile pendeln, ohne ihnen die Möglichkeit zu geben, von sich aus in
jenem Zustand zu verharren, den Hans Selye, der Schöpfer des Begriffs
„Stress“, als „Eustress“ bezeichnet, aber leider nicht weiter erforscht
hat.
http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/EMOTION/Stresstheorien.shtml
Bioelektrisch basiert das Konzept der
experimentellen Glücksforschung auf dem Paradigma, dass Zustände des
menschlichen Gemüts durch von außen messbare Signale untersucht und
laufend überwacht werden können. Verifiziert wurde dies durch ein
Experiment, das über Anregung des IFEG am Technikum Wien, 1020 Wien, im
Jahr 2005 durchgeführt wurde und für dessen Durchführung der Student
Ernst Nemetz den Titel „Dipl.-Ing. (FH)“ erhalten hat.
Nach dem Paradigma der im Entstehen
begriffenen Wissenschaft der experimentellen Glücksforschung, an deren
wissenschaftstheoretischer Definition derzeit in Zusammenhang mit dem
Institut für Wissenschaftsentwicklung der Universität Wien gearbeitet
wird, entstehen Glücksgefühle primär dann, wenn ein Organismus einer
Belastung ausgesetzt ist, die seiner Belastbarkeit optimal entspricht.
(Herbert Laszlo: Versuch über Gefühle, die den Wunsch implizieren, man
möge sich auch in Zukunft so fühlen, BoD, Hamburg 2000).
www.laszlo.at/
Ein weiteres Paradigma der
experimentellen Glücksforschung ist, dass die Belastungszustände – in
Übereinstimmung mit den Schriften von A. Damasio - schon mit einem
gewissen Vorlauf gegenüber dem Auftreten der betreffenden Gefühle
entstehen und sich körpersprachlich äußern.
http://www.uihealthcare.com/depts/med/neurology/neurologymds/damasioa.html
Sportmedizinisch gilt das Paradigma, dass
Trainingsreize, die sowohl in der Stärke, als auch in der Dauer und
Frequenz optimal gestaltet sind, nicht nur Wohlbefinden auslösen,
sondern auch die jeweils belastete Funktion des Körpers und des Geistes
stärken („trainieren“). Diplom-Fechtmeister Dr. Herbert Laszlo,
staatlich geprüfter Trainer für Fechten, hat dieses Paradigma vom Sport
auf alle anderen Bereiche des menschlichen Lebens und Wohlfühlens
angewendet.
Arbeitsmedizinisch geht die
experimentelle Glücksforschung von den Ergebnissen eines Projektes der
AUVA aus, in dessen Rahmen festgestellt wurde, wie sich ein angenehmes
Volumen der Arbeit auf die Unfallhäufigkeit bei Bauarbeitern auswirkt.
Das Ergebnis der vom Institut Johanneum in Graz erstellten Studie „BauFit“
war, dass angenehme Arbeitsbelastung nicht nur die Leistung, sondern
auch das Unfallgeschehen positiv beeinflusst.
www.joanneum.at/de/noflash/humantechnologie/projekte_detail.php?p_iid=IND&p_pid=115
Makroökonomisch entspricht das Konzept
des „Glückscomputers“ der Erwartung des sechsten Kondratieff-Zyklus.
http://www.4managers.de/10-Inhalte/entwuerfe/kondratieff-zyklus.asp
Allgemein wird beobachtet – und
kritisiert – dass die Menschheit trotz steigenden Wohlstandes nicht
glücklicher wird. Die Wellness-Welle kann diesen Zustand – nach dem
Motto: „Noch mehr vom selben“ - nicht dauerhaft sanieren. Der sechste
Kondratieff-Zyklus wird, wie die Zyklen vorher, durch eine
überraschende, zuerst abgelehnte Entwicklung eingeleitet, und das ist
nach dem gegenwärtigen Stand der Forschung die experimentelle
Glücksforschung.
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